Was ist eigentlich diese Digitalisierung?

Unternehmensberatung für Digitalisierung

Was ist eigentlich diese Digitalisierung?

Die einen sprechen vom Internet der Dinge, manch anderer von Industrie 4.0, wieder andere von m2m (machine to machine) und für einige ist das alles einfach nur irgendwas in der cloud. Was genau das bedeutet und ob und wenn ja, wie das alles zusammen hängt, bleibt unklar – vor allem darüber, was das denn für uns Menschen bedeutet, für unsere Firmen, Jobs und das tägliche Leben.

Nehmen wir erst einmal an, es gäbe drei Bereiche, in die sich die digitale Welt einteilen lässt: den Benutzerraum (user space), in dem alle Geräte und Interaktionen der Verbraucher sind. Das fängt beim immer smarter werdenden Mobilgerät an und geht mit der zunehmenden Vernetzung der Wohnung, der Autos und überhaupt allem in das über, was man das Internet der Dinge nennt. Auf der anderen Seite stehen die Hersteller und Dienstleister, die Geräte und Services für den user space zur Verfügung stellen, den ich hier gerne den Macherraum (maker space) nennen möchte. Verbunden ist das alles über eine Transportschicht (access and transport), die klassisch den Telekommunikationsunternehmen zugerechnet wird. Da diese sich jedoch mehr als schwer zu tun scheinen, einen ende zu ende Service über die reine Datenübertragung hinaus anzubieten, lässt sich diese Vermittlungsschicht derzeit als ein leicht auszutauschendes Produkt aus der Betrachtung herauskürzen.

Die Vernetzung der Geräte im Benutzerraum nimmt bereits stark zu. So prägen Produkte rund um das smart home, vernetze Spielzeuge und fliegende Kameras bereits den modernen digitalen Lebensstil und Gesetze zur Einführung der smart meter in Haushalten und des e-Call neben vielen anderen Sensoren in Neuwagen tragen ihren Teil dazu bei.

Sollen die so erhobenen Daten nicht nur mit irgend einem Rechenzentrum im Hintergrund ausgetauscht werden, braucht der Mensch eine Schnittstelle zu diesen Geräten und wenn er sich nicht in Zukunft noch mehr und mehr den Diensten im Hintergrund ausliefern möchte, braucht er sogar Schnittstellen zu den Daten, die er selbst nicht nutzt, um die Kontrolle über das behalten zu können, was da für und über ihn an Daten übertragen und verarbeitet werden. Die Lösung hierfür wird voraussichtlich nicht sein können, für alles und jeden Dienst ein Passwort und einen Zugang über eine Webseite oder App auf dem smart phone einzurichten – dafür sind es bereits jetzt unübersichtlich viele, Tendenz steigend…

Die nächste Generation Benutzerschnittstelle wird also viele dieser m2m-Schnittstellen autonom bedienen können und die Informationen für die Kommunikation mit dem Benutzer entsprechend aufbereiten und vereinfachen. So werden die PDAs zukünftig tatsächlich persönliche digitale Assistenten werden, die ohne weiteres Zutun den Überblick über die aktuellen Ausgaben aus Verbrauchsdaten, Rechnungen und Kontobewegungen ermitteln können, einen Tisch im Restaurant vorschlagen und buchen können oder alle Formalitäten für eine Reise von Tür zu Tür regeln können, indem sie Schnittstellen verwenden, deren Benutzung durch einen Menschen nie vorgesehen war.

Damit sind wir bereits beim ersten Problem der Digitalisierung angekommen. Nachdem die Softwareagenten einmal geschrieben wurden und ihnen die erforderlichen Daten und Dienste zugänglich sind, wer braucht dann eigentlich noch die Menschen und Dienste, die bisher für all diese Aufgaben zuständig waren? Vermutlich wird mann auch dann noch Restaurants und Frisöre betreiben können, bei denen noch keine Schnittstelle für Agenten eine Reservierung oder Terminvereinbarung ermöglicht, aber werden diese sich denen gegenüber behaupten können, die dank der digitalen Vernetzung jederzeit optimal ausgelastet sind und so den besseren Service zu einem günstigeren Preis anbieten können und genügend Umsetzen um weiter investieren zu können? Vermutlich nicht lange oder nur einige wenige Ausnahmen. Und wenn das schon für Restaurants gilt, was ist dann mit den Ärzten in einem immer mehr auf Effizienz ausgelegten Gesundheitssystem?

Möchte man in Zukunft noch mühsam seine alltäglichen Einkäufe selbst durch einen Supermarkt schieben oder übernimmt das vielleicht lieber ein Pick-Roboter, der auch gleich alles perfekt gestapelt in Tüten packt? Keine überfüllten Läden, kein Warten an der Kasse, man sieht vorher schon, ob alles da ist, was man möchte und der Einkauf ist fertig gepackt, wenn man am Laden ankommt. Dazu kommt, dass man einem Roboter keine Regale einräumen muss, der bedient sich auch direkt von der Palette und verschwendet auch keinen wertvollen Platz durch breite Gänge oder Regale, die ein Mensch bequem erreichen können müsste. Selbstverständlich braucht man für dieses praktische Angebot menschliches Personal weder an den Kassen, noch zum ansprechenden Auffüllen der Regale.

Damit kratzen wir an der Oberfläche dessen, was im Macherraum noch an revolutionären Veränderungen bevor steht.